31 März, 2021

Wie 2020 Radfahrer mutig genug machte, im Winter mit dem Rad zu fahren

Die meisten Radfahrer lassen ihre Fahrräder stehen, wenn es kalt ist. Aber im letzten Winter haben wir festgestellt, dass immer mehr Radfahrer auch im Winter unterwegs sind. In einigen Orten wie unserer Heimatstadt Montreal nutzen einige Radfahrer trotz Schnee, Eis und Salz weiterhin das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel. Tatsächlich haben die Radfahrten im Winter in Montreal seit 2020 um 70 % zugenommen.

Der Anstieg des Winterradelns ist Teil eines bedeutenden Trends, den wir im Jahr 2020 beobachten konnten — die zunehmende Scheu, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und der Wunsch, an der frischen Luft zu sein und sein Freiheitsgefühl zu erhalten, haben zu dem geführt, was Experten als „Fahrradboom“ bezeichnen. Ob in Europa oder Nordamerika, die steigende Anzahl von Radfahrern auf den Straßen ist unbestreitbar — und wir freuen uns darüber!

 Diese Entwicklung hat einige Experten dazu veranlasst, zu hinterfragen, ob dieser Trends zum Fahrrad anhalten wird. In einem Interview mit BBC erklärte Morgan Lommele, Direktor für Landespolitik bei People for Bikes, dass wir möglicherweise einige dauerhafte Veränderungen zugunsten des Fahrrads erleben werden. „Der Großteil des Wachstums ist im Freizeitradsport, der sozusagen als Einstieg in die Nutzung des Fahrrads als Transportmittel fungiert“, sagte er. Was ist also nötig, um den Schwung aufrechtzuerhalten? Nun, es gibt mehrere Faktoren, und überraschenderweise ist das der Punkt, an dem sich Winterradeln und Radfahren nach der Pandemie überschneiden.

 

Sicherheit: Der Grund Nr. 1 für Angst vor dem Fahrrad

Wenn man sich die Faktoren ansieht, die das Radfahren erschweren, scheinen die Probleme immer recht ähnlich zu sein, unabhängig von der Jahreszeit. Das Unsicherheitsgefühl scheint einer der Hauptfaktoren zu sein, der Menschen vom regelmäßigen Radfahren abhält.

Will Butler-Adams, der Geschäftsführer von Bromptom Bikes in Großbritannien, sagte in einem Interview mit der BBC, dass auch er der Meinung ist, dass Sicherheit einer der wichtigsten Faktoren ist, der Menschen ermutigt, mehr Fahrrad zu fahren. „Durch den Lockdown wurden die Straßen plötzlich ruhiger, die Luft war sauber und die Menschen fühlten sich sicher.“ Einfach gesagt: Ohne die Straße mit Autos teilen zu müssen, fühlten sich die Radfahrer sicherer, was sie wiederum dazu ermutigte, mehr mit dem Rad zu fahren.

Auch Matt Farough, Software-Entwickler in unserem Team, und Eric Say Chan, einer unserer Beta-Tester, sind sich einig, dass einer der Hauptfaktoren, der Menschen vom Radfahren abhält, besonders im Winter, das Thema Sicherheit ist.

„Einer der Hauptgründe, der die Leute abschreckt, ist, dass sie im Sommer Angst haben, auf den Straßen zu fahren, und das wird im Winter durch die schlechte Instandhaltung durch die Stadt noch verschlimmert.“
– Eric Say Chan

Die Sicherheit von Radfahrern kann durch eine bessere Infrastruktur verbessert werden. Die Pandemie und die daraus resultierenden Investitionen in Städten auf der ganzen Welt, um das Leben der Radfahrer zu verbessern, zeigen, dass, wenn für die Sicherheit gesorgt wird, zu allen Jahreszeiten mehr Menschen mit dem Fahrrad fahren.

Von Paris, das in den Bau von Hunderten Kilometern von Radwegen investiert hat, bis hin zu Montreals eigenem Express Bike Network (Réseau Express Vélo) – einer Initiative, die 184 km spezielle Radwege geschaffen hat – gibt es Beweise dafür, dass mehr Radfahrer auf der Straße unterwegs sind, wenn die Sicherheit der Radfahrer durch bessere Infrastruktur priorisiert wird, egal, ob draußen Minusgrade herrschen.

 

So erhalten wir den Schwung aufrecht

Obwohl noch nicht klar ist, ob die Rückkehr des Fahrrads eine dauerhafte Auswirkung auf den urbanen Verkehr haben wird, sind sich doch die meisten einig, dass die Menschen weiterhin mit dem Fahrrad fahren werden, wenn die Städte auch in Zukunft mehr sichere Radwege anbieten. Aber das ist keine Einbahnstraße. Damit Städte weiterhin in die Fahrradinfrastruktur investieren, brauchen wir Radfahrer — und zwar Radfahrer, die die Gemeinschaft weiter wachsen lassen.

Wie Xavier Peich, Mitbegründer von SmartHalo, sagt: „Wir müssen mehr darüber reden, wie TOLL [Radfahren] ist!“

Nach einem Jahr Pandemie sehnen sich immer mehr Menschen nach dem Gefühl von Freiheit und Flexibilität, und das kann ein Fahrrad bieten. Während viele Pandemie-Radler vielleicht aufgrund ihrer Angst vor öffentlichen Verkehrsmitteln mit dem Fahrradfahren begonnen haben, so stellt Butler-Adams fest, dass es „meistens die Freude daran war, die Städte so zu erleben, wie sie sein könnten“, die dafür sorgte, dass die Menschen beim Radfahren blieben. Radfahren im Winter lässt Sie Ihre Stadt zweifellos ganz anders erleben.

 

Wenn es so weitergeht wie bisher, werden wir höchstwahrscheinlich immer mehr Radfahrer sehen, die allen vier Jahreszeiten auf zwei Rädern trotzen. Wenn Sie in einer Stadt wohnen, in der der Winter noch nicht weggetaut ist, ist es vielleicht an der Zeit, Ihre Sturmhaube, Handschuhe und Skibrille zu schnappen und es mal mit dem Winterradeln zu versuchen. Und falls nicht können Sie sich auf den nächsten Winter freuen!

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